Lesen verleiht Flügel

Artikel der Sulzbach-Rosenberger Zeitung vom 10. Februar 2017

Zehn Jahre „Lesen verleiht Flügel“: Zum Start der Jubiläumsauflage mit Veranstalter Ralf Volkert und Bestsellerautorin Isabel Abedi nahmen Julia Leisinger- Bläser und Katharina Sandke (WHR) und Christian Biersack (Krötensee- Mittelschule) die Spendenschecks von Raiffeisen-Vorstand Erich Übler (von links) entgegen.

Autorenlesung mit Isabel Abedi - Verlorene Welt entdeckt

Seit zehn Jahren tourt Buchhändler Ralf Volkert nun schon mit einer kunterbunten Auswahl an Kinder- und Jugendbuchautoren durch die Schulen des Landkreises. Seine Aktion „Lesen verleiht Flügel“ begeistert den Nachwuchs.

Sulzbach-Rosenberg. (aks) Zur Eröffnung der Jubiläums-Auflage der Aktion wechselten die Mittelstufen der Höllerer-Realschule und der Krötensee-Mittelschule vom üblichen, mitunter aber schnöden Schulambiente ins gemütliche Capitol, um dort in die „Verbotene Welt“ der Bestsellergarantin Isabel Abedi einzutauchen.

Bevor aber die auch in öffentlichen Auftritten äußerst versierte Schriftstellerin ihrer spannenden Fantasie freien Lauf ließ, betrat Vorstandsmitglied Erich Übler von der sponsernden Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg eG die Bühne des ehemaligen Kinos. Wie ebenfalls schon seit zehn Jahren Usus, überreichte er einen Zuschuss zum Obolus, den beide Schulen für das Leseerlebnis entrichten.

In diesem Zusammenhang erklärte er die insgesamt 1500 Euro, mit denen das Geldinstitut teilnehmende Schulen unterstützt, zur Herzensangelegenheit: „Es gibt keine bessere Investition als die Investition in Eure Bildung“. Darüber hinaus erweitere das Lesen den Horizont und fördere die sprachlichen Fähigkeiten, wie er mit eigenen Erfahrungen untermauerte.

Wenn die Lektüre auch noch in so spannungsgeladener Form daherkommt wie Isabel Abedis „Verbotene Welt“, gesellt sich obendrein jede Menge Begeisterung und Lesespaß zum pädagogischen Effekt. Und damit sie dieses Vergnügen nicht schon vorab minimiert, beschränkte sich die Autorin klug auf einen „Trailer“ zum Buch – „das kennt Ihr ja aus dem Kino“.

Der Prolog bildete dabei die erste Einstellung: Ein mysteriöser Gast betritt ein Hotel in Schottland, „er bekam nicht, was er wünschte und was er hatte, wurde ihm genommen“. Szenenwechsel, jetzt treffen die Herzogstädter Schüler Otis, den Helden des Buches, in der Freiheitsstatue vor New York. Doch dieses Bauwerk verschwindet genauso plötzlich wie zuvor schon die Sphinx und der Eiffelturm.

Die literarische Kostprobe schwenkt nach Berlin, wo das Kaufhaus des Westens mitsamt der jungen Olivia vomErdboden verschluckt wird. Es folgt ein letzter schneller Schnitt zu einem geheimnisvollen Keller, in dem ein Riese mit dem Lampengeistmädchen Minima sein diebisches Unwesen in Sachen berühmte Bauwerke fortführt.

Sturm auf Büchertisch

Die üblicherweise anschließende Fragerunde ersetzte die nicht nur wort- sondern auch bildaffine Isabel Abedi durch eine kleine Fotoshow, die von den Lieblingsschreibtischen über Einblicke ins Kinderalbum bis zur dokumentierten Stichwort- und Notizsammlung reichte.

Wie außerordentlich gut dies alles beim jungen Publikum ankam, verriet der Sturm auf den Büchertisch und die dichte Menschentraube am Signiertisch.