Unterstütztung des Reparatur-Cafés

Artikel der Sulzbach-Rosenberger Zeitung vom 05. Juli 2016

Von der Idee des Reparatur-Cafés war auch Landrat Richard Reisinger bei einem Rundgang in der Hängematte begeistert.

Viel zu Schade für den Schrott

Sulzbach-Rosenberg. (gac) „Jeder Haushalt hat im Durchschnitt 100 elektrische Geräte – und wenn’s kaputt ist, schmeißt man’s weg“, sagte Gerhard Kopf, Geschäftsführer des Zentrums für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) bei der Eröffnung des ersten Sulzbach-Rosenberger Reparatur-Cafés. Gegen diesen sinnlosen Ressourcenverbrauch setzte die Auftaktveranstaltung in der Hängematte ein deutliches Zeichen. 

Landrat Richard Reisinger eröffnete als Schirmherr das erste Reparatur-Café. Er wünschte allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, dass sie sich vor Nachfrage nicht retten können. Und der Zuspruch war bei schönstem Sommerwetter beachtlich – draußen in der Fahrrad- und der Holzwerkstatt standen zeitweise die „Kunden“ Schlange, und auch drinnen bei den Textil- und Elektronik-Experten war die Nachfrage rege. Da wurden Tintenstrahldrucker und Radiogeräte repariert, ein alter Gartenstuhl bekam eine neue Sitzfläche, Paletten-Möbel wurden hergestellt und Fahrrad-Gangschaltungen justiert.

Auf Spendenbasis
„Reparaturen sind bei uns grundsätzlich kostenlos – jeder, der etwas repariert bekommen hat, wird um eine Spende für unsere Arbeit gebeten“, erklärte Kopf. Aus den Spenden würden Material und Werkzeuge beschafft. Aber auch das gemütliche Beisammensein bei Kaffee und Kuchen sei wichtig, um Netzwerke zu bilden und den Reparatur-Gedanken zu verbreiten. Deswegen dankte Kopf den SPDFrauen für die vielen Kuchen, die sie für das Café gebacken hatten. Die Sparkasse Amberg-Sulzbach sowie die Raiffeisenbanken Sulzbach-Rosenberg und Unteres Vilstal unterstützten die Veranstaltung mit insgesamt über 1000 Euro Sponsorengeldern.

„Wir wollen auch die regionale Wirtschaft stärken, indem einheimische Handwerker und Unternehmen sich hier präsentieren und Kontakte knüpfen können“, sagte Kopf. Schon beim Kauf könnten die Experten so beraten, dass der Kunde reparierbare Geräte erwerbe. Cornelia Aschenbach, Leiterin der Hängematte, freute sich über den gelungenen Auftakt: „Diese Veranstaltung tut der Hängematte gut, weil wir hier unsere Jugendlichen einbinden und unsere eigene Einrichtung in Ordnung bringen können.“ In Zukunft sollen regelmäßig Reparatur-Cafés stattfinden.