Lesen verleiht Flügel mit dem HCA-Gymnasium

Artikel der Sulzbach-Rosenberger Zeitung vom 14. April 2016

Lesespaß im Literaturhaus Oberpfalz: Buchhändler Ralf Volkert, Schriftstellerin Sonja Kaiblinger, Lehrerin Angela Deichler und Sponsorenvertreter Franz Kormann (von links) machten es für die HCA-Fünftklässler möglich.

Skurril und faszinierend

Sonja Kaiblinger und ihr Buch-Held „Scary Harry“ erfüllten das Literaturhaus Oberpfalz mit Gruselschauern und Lachern.

Das Literaturhaus Oberpfalz hütet nicht nur bibliophile Kunstschätze, sondern bringt auch gerne demNachwuchs die Leidenschaft für Bücher und fürs Lesen näher. Autorenlesungen sind da ein probates Mittel, noch dazu wenn Schriftsteller wie Sonja Kaiblinger sich als Traumbesetzung für einen literarischen Nachmittag mit der 5.Klasse des HCAGymnasiums erweisen.

Sulzbach-Rosenberg. (aks) Eine kleine Umfrage zu Beginn ergab, dass es in der Tat für die meisten Schüler der erste Besuch im Literaturhaus war. Genau solche Schwellen zu überwinden, liegt auch der Schul-Reihe „Lesen verleiht Flügel“ von Buchhändler Ralf Volkert und dem Sponsor Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg am Herzen, die Sonja Kaiblinger aus Wien in die Oberpfalz gelockt haben.

Vom bedeutungsschweren Atem der Haus-Historie ließen sich allerdings weder die Autorin noch das junge Publikum einschüchtern. Gleich zum Aufwärmen plauderte Sonja Kaiblinger fröhlich über ihr Werk „Chloé – völlig von der Rolle“, das in einer überaus luxuriös eingerichteten Bilderbuch-Schultoilette spielt und erzählerische Elemente mit einer thematisch passenden EnzyKLOpädie aufpeppt.

Seelen im Gurkenglas

Ihren lebensfrohen Hang zum Skurrilen tobt Kaiblinger aber vor allem in der mittlerweile schon fünfbändigen „Scary Harry“-Serie aus: Harry, ein kumpelhafter, gar nicht grausamer Sensenmann, der Seelen im Gurkenglas in die Geisterwelt befördert, ein neugieriger Junge namens Otto mit Fledermaus als Haustier und natürlich viele zu bestehende Abenteuer – so funktioniert spannende Unterhaltung mit ausreichend Gruselfaktor und noch mehr Humor.

Disziplin gefragt

Kein Wunder, dass Sonja Kaiblinger jede Menge Fanpost und Gurkengläser zugeschickt bekommt, wie sie bei der Fragerunde erzählte. Auskunftsfreudig berichtete sie zudem von der vor allem Disziplin erfordernden Schreibarbeit und der nicht zu unterschätzenden Inspiration, die vom Lesen anderer Werke ausgeht.

Ziemlich beflügelt von Ausgangsgeschichte und eigener Fantasie entwarfen die Gymnasiasten auch gleich noch ein paar Szenarien für den sechsten, abschließenden „Scary Harry“. Lebendige Literatur eben, die im ehrwürdigen Literaturhaus Oberpfalz bestens aufgehoben war.