Raiffeisen-Benefizkonzert

Christuskirche fast Hexenkessel

Artikel der Sulzbach-Rosenberger Zeitung vom 25. März 2015

Den Groove hat der Oberpfälzer eher nicht – so das weit verbreitete Vorurteil. Wer die Bergknappenkapelle, das Blechbläserquartett und den Gospelchor Voices of Joy beim Benefizkonzert gehört hat, ist nun vom Gegenteil überzeugt: In Sulzbach-Rosenberg haben sie den Groove.

Ein Bild der Bergknappenkapelle beim Raiffeisen-Benefizkonzert
Das Benefizkonzert für den Förderverein der Bergknappenkapelle in der Christuskirche.

Sulzbach-Rosenberg. (gac) Zum zweiten Mal hatte die Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg zum Benefizkonzert für den Förderverein der Bergknappenkapelle in die  Christuskirche gebeten – und viele Musikfreunde waren der Einladung gefolgt. „Wann ist in Sulzbach-Rosenberg etwas Tradition? Wenn es dreimal stattgefunden hat. Ich hoffe, dass die Bergknappenkapelle nächstes Jahr eine Tradition begründet“, sagte der Hausherr, Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz, zur Begrüßung. Die  Vorsitzende des Fördervereins, Alexandra Ottmann, führte durch das abwechslungsreiche Programm.

Wippende Beine

Nach der prächtigen und feierlichen „Ouverture Bonne Fortune“ und der romantischen „Morgenstimmung“ aus der „Peer-Gynt-Suite“ von Edvard Grieg trat der  Gospelchor Voices of Joy auf. Bei dem aus dem Film „Shrek“ bekannten „Halleluja“ gab es ein paar Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Chor und Orchester, aber beim „Swinging Sweet Chariot“ schwang sich der Chor unter der Leitung von Dekanatskantor Gerd Hennecke richtig ein: Am Ende des Gospel-Blocks sah man  bei „Walking on Up“ gar einige Beine unter der Kirchenbank wippen.

Das Bergknappenorchester hieb vor der Pause mit einem Medley aus dem Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ von Andrew Lloyd Webber  noch einmal in die gleiche Kerbe. Hier zeigte sich bei den raschen Rhythmuswechseln das exzellente Zusammenspiel des Ensembles.

„Blaue“ Harmonien

Nach der Pause kam ein echter Kracher: Das Bläserquartett unter der Leitung von Maria Boßle spielte „Swing Low“, „Didn’t My Lord“ und „Halleluja Drive“. Die  „blauen“ Harmonien und die komplexen Jazz-Rhythmen wurden präzise und gleichzeitig mit solchem Groove vorgetragen, dass überall im Kirchenraum Zehen  zuckten, Köpfe nickten und Finger schnippten. Großartig!

Die Bergknappenkapelle ließ auch nichts anbrennen und setzte mit der „New York Ouverture“ von Kees Vlak noch eins drauf. Das Stück besteht zwar überwiegend  aus geradezu unverschämt geklauten Motiven amerikanischer Klassiker von Johnny Cash („Ring of Fire“) bis George Gershwin („Ein Amerikaner in Paris“), aber wenn es um amerikanische Musik geht, sind das nicht die schlechtesten Adressen. Und so verwandelten die Bergknappen die wie immer etwas unterkühlte  Christuskirche in einen brodelnden New Yorker Hexenkessel. Stünden die Kirchenbänke nicht so eng, wäre gewiss getanzt worden.

Etwas ruhiger ließ es Maestro Johannes Mühldorfer ausklingen mit dem wunderschönen Bläsersatz „Highland Cathedral“. 

Vor dem Schlussapplaus überreichten die Raiffeisen-Vorstände Hans Renner und Udo Füssel die gesamten Einnahmen des Abends an  Ottmann, die einen Scheck über 1000 Euro für den Förderverein entgegennehmen konnte.

Auch heuer durfte Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz als Glücksfee eine Eintrittskarte aus der Lostrommel ziehen. Die glückliche Gewinnerin bekommt ein Candlelight-Dinner für zwei im Hotel-Restaurant Weißes Roß in Illschwang.

Hans Renner übergit den Scheck mit 1.000 € an Frau Ottmann
1.000 € für den Förderverein der Bergknappenkapelle

Als Abschluss sang Maria Boßle im Wechsel mit den Voices of Joy und dezent begleitet von den Bergknappen „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“. Und da der Applaus schier kein Ende nehmen wollte, gab es als Zugabe einen wunderbaren Satz von „Der Mond ist aufgegangen“ zum  Mitsingen. Ein rundum gelungener Abend.