Kinderbücher der etwas anderen Art

Berliner Autorin Christine Fehér liest vor Jahn-Schülern und im HCA-Gymnasium aus ihren Werken

Sulzbach-Rosenberg. (aks) Zum Auftakt der Reihe „Lesen verleiht Flügel“ unterhielt die Berliner Autorin Christine Fehér die Jahn-Schüler mit Kostproben aus ihrem reichhaltigen Kinderbuch-Repertoire. Danach wechselte sie Ort und Genre und stellte den Achtklässlern des Herzog-Christian-August-Gymnasiums im Literaturhaus Oberpfalz fünf Werke ihrer nicht minder breitgefächerten Literaturpalette für Jugendliche vor.

Beflügelnde Lektüre

Veranstalter und Buchhändler Ralf Volkert machte auch hier Autorin und Publikum miteinander bekannt, Franz Kormann als Vertreter der sponsernden Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg eG zückte den Unterstützungsscheck. Dann stand nur noch die „beflügelnde“ Lektüre am Vormittag im Mittelpunkt des Interesses.

Die Qual der Auswahl verlagerte die ausgebildete Pädagogin Christine Fehér allerdings geschickt auf den Herzogstädter Lese-Nachwuchs. Dass aber keines der in Frage kommenden Werke aus dem Fach „Fantasy“ stammt, stellte Fehér gleich von Anfang an klar: „Ich schreibe Reality, das liegt mir eher“. Mit belanglosen Friede-Freude-Eierkuchen-Themen hält sie sich dabei jedoch nicht auf – Magersucht, Teenager-Schwangerschaft, Teenager-Vaterschaft, familiäre Gewalt und Stalking bildeten den jeweiligen Dreh- und Angelpunkt der zur Wahl stehenden Werke. Das Rennen machte schließlich „Jeder Schritt von dir“, die besonders perfide Stalking-Variante mit jugendlicher Täterin und einem Jugendlichen in der Opfer-Rolle.

Die HCA-Schüler hatten aber zudem „Dann mach ich eben Schluss“ im Sinn, das sie bereits vorab vorgestellt bekommen hatten. Eigentlich fand Fehér ihre Zuhörer dem noch nicht ganz gewachsen, schildert das Buch doch mit vielen Perspektivwechseln den Teufelskreis aus Druck, Überforderung und Enttäuschung, der den Abiturienten Max in den Selbstmord treibt.

Nicht leicht verdaulich

Es gab dann aber doch salomonisch Kostproben aus beiden Werken, dafür entfiel der ansonsten obligatorische Frage-Antwort-Teil. Und obwohl das Gehörte weder leicht verdaulich noch im engeren Sinne unterhaltsam war, folgte das Publikum gebannt dem dramaturgischen Bogen beider Bücher. Tragische Geschichten aus dem wahren Leben können eben genauso bereichern wie Fantasy.

Quelle: Sulzbach-Rosenberger Zeitung