Kapelle gibt in der Kirche Ton an

Raiffeisenbank-Benefizkonzert der Bergknappen mit modernen und klassischen Stücken

Sulzbach-Rosenberg. (cog) Schon nach den ersten Tönen stand fest: Die Bergknappenkapelle wird dem Motto des Abends gerecht – „Menschen begeistern“. Als die Bläser mit Douglas Courts „Fanfare Esprit“ den Abend eröffneten, zogen sie die Zuhörer mit jazzigen Harmonien und feierlichem Rhythmus sofort in ihren Bann.

Die Christuskirche war fast voll besetzt mit Freunden der Blasmusik aus der Stadt und dem Landkreis. Der ganze Vorstand, die Aufsichtsräte und viele Mitarbeiter der Raiffeisenbank waren gekommen, außerdem der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl mit seiner Frau, mehrere Stadträte und natürlich die Mitglieder des Fördervereins der Bergknappenkapelle. Dieser Institution kam der Erlös des Konzerts zugute.

Die Bergknappen sind ganz nah bei ihrem Publikum. Vor dem Altar reihten sich die rund 30 Musiker auf. Die vielbesagte Funke sprang nicht nur aufgrund der kurzen Entfernung über, sondern vor allem weil die Musiker ein tolles Konzert ablieferten.

Tolles Programm


Das mit rund dreißig Musikern stark besetzte Orchester hatte ein Programm vorbereitet, das keine Wünsche offen ließ. Unter dem präzisen Dirigat von Gerhard Böller spielten die Bläser und Percussionisten Bearbeitungen von Popsongs wie „Bohemian Rhapsody“ von Queen oder von Gospeln und geistliche Kompositionen wie „Eventide Fall“ von Alfred Bösendorfer.


Ein besonderer Genuss waren die modernen Stücke von Jacob de Haan, die mit sicherem Gespür für dramatische Wirkungen die einzelnen Instrumentengruppen abwechselnd hervortreten ließen. Sein „Concerto d’Amore“ verarbeitete Motive des Barock mit Pop-Rhythmen und Jazz-Harmonien. Nach dem prächtigen Adagio als Einleitung riss der poppige Hauptteil mit flottem Big-Band-Sound mit. Das ruhige Zwischenstück erfreute mit schönen Holzbläsern.

Viele großartige Momente


Ein großes Klangerlebnis bot Ted Huggens’ „New Baroque Suite“. Im dramatischen ersten Satz meisterte die Bergknappenkapelle souverän schwierige Synkopen und Harmonien, die an Gershwin erinnerten.


Das jazzige Trompetensolo war geradezu eine Offenbarung. Kurt Gäbles symphonische „Zeitenwende“ von 1992 spielte wirkungsvoll mit den verschiedenen Klangfarben des Orchesters und malte die moderne Welt in eindrucksvollen Bildern. „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar ist die heimliche britische Nationalhymne. In der Bearbeitung von Albert Lotitz ist es das perfekte Stück für ein Bläserensemble. Mitreißend war der Rhythmus, prächtig der strahlende Bläserklang vor allem im Finale von „Land of Hope and Glory“. Das war einfach klasse, ein Höhepunkt in diesem an großartigen Momenten reichen Konzert.


Orgel und Trompete, das ist eine besonders schöne Kombination. Man konnte sie genießen, als drei Trompeter auf die Orgelempore gingen und zusammen mit Dekanatskantor Gerd Hennecke spielten. Hatten die Zuhörer vorher dem Orchester im Altarraum zuschauen können, kam die Musik jetzt scheinbar körperlos von oben, als würde sie vom Himmel geschickt. Henry Purcells „Antiphonal“ begeisterte mit dem harmonischen Wechselspiel der Fanfarenklänge mit solistischem Orgelspiel. Bedrückend schön war es, als das Trompetentrio, von Orgelcontinuo begleitet, die Kirche mit Wohlklang erfüllte.


Furioser Klangsturm


Herrlich war der englische Klassiker „Greensleeves“, den Hennecke selbst für die Orgel bearbeitet hatte. Nach einem sehr leisen Beginn steigerte sich das Stück langsam zu furiosen Klangstürmen, die in einem dramatischen Cluster endeten. Besonders eindrücklich wurde diese Wucht dadurch, dass der Organist noch einmal ganz leise das Thema wiederholte.

Traditioneller Abschluss des Konzerts war der feierliche „Steiger-Lied“. Wieder überzeugten die Bergknappen durch ihr präzises Zusammenspiel. Die dritte Strophe sang das Publikum stehend mit. Nach langem Applaus spielten die Musiker Pavel Staniks „Amen“ als Zugabe. Aus einem leisen, zarten Beginn entwickelte sich erhabener, würdevoller Wohlklang. Ein herrlicher Abschluss des Konzerts, der die Würde des Ortes hervorhob.

Spende

Hans Renner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank, versprach, das Benefizkonzert im nächsten Jahr zu wiederholen und lud die Bergknappenkapelle für den Sommer zu Bier und Brotzeit in den Fuchsbeck-Biergarten ein. Renner überreichte Alexandra Ottmann, der Vorsitzenden des Fördervereins, einen Spendenscheck über 1000 Euro. (cog)

Quelle: Sulzbach-Rosenberger Zeitung