Goldene Zeit wieder lebendig

Ausstellung „Bayerische Eisenstraße“ in der Rosenberger Kurzmühle eröffnet

Zur Ausstellungseröffnung kamen viele Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Michael Göth.

Fördertürme, die Silhouette des stillgelegten Stahlwerks, bergmännisches Brauchtum – nur in der Erinnerung leben die „eisernen Epochen“ fort, die der Oberpfalz, speziell die Region Amberg-Sulzbach, über Jahrhunderte wirtschaftliche Blüte und Wohlstand bescherten: Die Ausstellung „Bayerische Eisenstraße“, initiiert von Hans Prem, führt vor Augen, welche Bedeutung Erz und Eisenverhüttung einst für unsere Heimat hatten.

Die interessanten Exponate sind bis einschließlich 2. Februar in der ehemaligen Raiffeisenbank-Filiale Rosenberg (historische Kurzmühle) zu sehen. Hans Prem aus Traßlberg, selbst ein ehemaliger Maxhütterer, hat sich der Heimatforschung verschrieben und möchte das Erbe von Erz und Eisen für kommende Generationen bewahren.

Fülle von Gästen

Diesem Ziel soll auch die Ausstellung über die „Bayerische Eisenstraße“ dienen, die er jetzt mit einigen anderen Freunden der Montangeschichte in der Kurzmühle am Maxhütte-Standort Rosenberg aufgebaut hat. Bei der offiziellen Eröffnung bedankte sich Hans Prem bei Hans Renner und Udo Füssel von der Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg, die die derzeit leer stehenden Räumlichkeiten ihrer ehemaligen Rosenberger Filiale für diesen Zweck zur Verfügung stellten.

Sein Dank galt auch den Mitausstellern, Werner Schmidt aus Sulzbach-Rosenberg, Werner Voggenreiter aus Witzlhof und dem Fotografen Horst Windisch aus Poppenricht sowie dem Helfer beim Aufbau, Nick Chesaru. Zur Ausstellungseröffnung hatten sich auch Bürgermeister Michael Göth, Altbürgermeister Gerd Geismann, Buchautor Stefan Helml, Josef Rieder vom Bergknapppenverein Sulzbach-Rosenberg und der Ammerthaler Kulturbeauftragte Dieter Strobel eingefunden. Diese Ausstellung sei ein informativer Spiegel dessen, was sich in eineinhalb Jahrhunderten Maxhütte im wesentlichen hier am Stahlstandort Sulzbach-Rosenberg abgespielt habe, stellte der Bürgermeister fest.

Die Montantradition in der Region habe jedoch weit ältere Wurzeln bis zurück in die keltische Kultur, sie erreichte im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV. einen ersten Höhepunkt. Dieser Herrscher habe etwa den Sulzbacher Bürgern das Privileg zum Abbau von Eisenerz auf eigenem Grund und Boden gewährt, dazu Zollfreiheit und weitergehende Rechte zum Erzbergbau und zur Eisenverhüttung.

Gedenken an alte Zeit

Heuer vor 40 Jahren, so Göth weiter, sei im St.-Anna-Schacht die letzte Schicht Bergleute aufgefahren, vier Jahre danach endete auch der Erzabbau am Eichelberg. Die Maxhütte, der Sulzbach-Rosenberg und das Umland über Jahrzehnte Wachstum und Wohlstand verdankten, habe 2002 endgültig den Betrieb eingestellt.

Hans Renner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank, freute sich, dass diese Ausstellung wieder neues Leben in die ehemalige Bankfiliale Rosenberg bringe. Es gebe auch konkrete Pläne, hier in absehbarer Zeit in Zusammenarbeit mit der Diakonie und der Stadt Sulzbach-Rosenberg einen Regionalladen zu etablieren. Eine geschichtliche Rückblende auf tausend Jahre Erz- und Eisengeschichte in der Region von Werner Schmidt machte dann so richtig Appetit auf einen Rundgang durch die Schau, die mit zahlreichen Exponaten und Fotodokumenten die goldenen Zeiten des Bergbaues und der Verhüttung lebendig werden lässt.

Oberpfälzer Hüttenwesen

Deutlich werden dabei auch die vielfältigen Facetten des Oberpfälzer Hüttenwesens, dessen Qualitätserzeugnisse auch für den Eisenbahnbau und etliche andere industrielle Bereiche (Auto-und Fahrradproduktion, Werkzeug- und Maschinenbau, Eisenguss) von essenzieller Bedeutung waren.

Quelle: Sulzbach-Rosenberger Zeitung