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Anleger haben weiterhin große Angst vor Inflation

21.06.2013 - Die Inflation in Deutschland ist seit Monaten auf dem Rückzug und trotzdem haben die meisten Anleger Sorge vor steigenden Preisen. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Anlegerbarometers von Union Investment.

Große Mehrheit von 81 Prozent der Anleger rechnet mit steigenden Preisen

Mit der Finanzmarktkrise ist die Sorge vor der Inflation bei deutschen Anlegern zurückgekehrt. Und das, obwohl der tatsächliche Preisanstieg in dieser Zeit nie höher als 2,4 Prozent, im Schnitt sogar nur bei 1,4 Prozent lag. "Mit einer aktuellen Inflationsrate von 1,5 Prozent liegen wir derzeit immer noch auf einem niedrigen Niveau, seit Jahresbeginn sind die Preise sogar wieder deutlich gesunken", erklärt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Dass trotzdem mit 81 Prozent (Vorquartal 89 Prozent) weiterhin die überwiegende Mehrheit der Deutschen mit steigenden Preisen rechnet, könne als Indiz für die große Unsicherheit in der Bevölkerung gewertet werden.

Nur wenige gehen von einer Verbesserung der Wirtschaftslage aus

Bei älteren Menschen ist die Sorge stärker ausgeprägt als bei jüngeren. Dabei könnte eine zu niedrige Inflation eher zu Schwierigkeiten führen, weil ein Gegensteuern der Notenbank dann kaum noch möglich wäre. Die Wirtschaft in der Eurozone müsse wieder Fahrt aufnehmen, damit wir nicht in eine schwierige Phase der Stagnation abrutschen, gibt Gay zu bedenken. Überzeugt von einer nachhaltigen Erholung sind die befragten Anleger derzeit allerdings nicht. Nur 18 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) gehen von einer Verbesserung der Wirtschaftslage in Deutschland aus, die Mehrheit von 58 Prozent (Vorquartal 54 Prozent) rechnet mit keiner Veränderung, 24 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) glauben sogar an eine Verschlechterung.

Aktienmarkt-Stimmung nach Optimismus wieder neutral

Nachdem ein Großteil der Anleger den Aktienmärkten noch im Vorquartal weitere Kurssteigerungen zugetraut hatte, ist das Stimmungshoch inzwischen wieder abgeflacht. Aktuell gehen 30 Prozent von weiter steigenden Kursen aus (Vorquartal 46 Prozent), 29 Prozent glauben an fallende Notierungen (Vorquartal 14 Prozent), 30 Prozent sind neutral eingestellt (Vorquartal 32 Prozent). Trotzdem plädiert Gay für die Aktie: "Gerade für Deutschland rechnen wir noch mit weiterem Potenzial für Kurssteigerungen. Die Bewertungen sind attraktiv, die Unternehmen solide aufgestellt und die Gewinnentwicklung ist gut." Entscheidend für den langfristigen Anlageerfolg sei, dass Anleger ihr Vermögen breit streuen und dabei auch auf rentierlichere Anlagen wie Aktien setzen würden. Gerade durch das regelmäßige Sparen in Aktienfonds werde laut der Union Investment das Risiko möglicher Kursverluste erheblich reduziert und gleichzeitig die Chance auf Mehrrendite eröffnet.

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